Herzlich willkommen in Münchehof am Harz

 

 

Feierstunde zum Tag der Deutschen Einheit

Münchehöfer erinnerten sich des welthistorisch einmaligen Ereignisses

 

Auch 26. Jahr nach der Vereinigung Deutschlands hatten sich wieder viele Bürgerinnen und Bürger aus Münchehof zusammengefunden, um sich des Tages zu erinnern, der in die Geschichtsbücher als Tag der Wiedervereinigung Deutschlands einging und seither als „Tag der Deutschen Einheit“ gefeiert wird. Eingeladen hatte wiederum der Heimatverein Münchehof e. V. Anders als sonst konnte man jedoch wegen des schlechten Wetters die Gedenkfeier nicht an der  vor sechszehn Jahren gepflanzten Eiche, die seitdem als “Eiche der Deutschen Einheit” Bedeutung erlangte und an dem hier ebenfalls platzierten Gedenkstein, der von der Steinbildhauerin Dagmar Uthe kunstvoll gestaltet wurde, begehen, sondern musste unter das nahegelegene Carport der Familie Grotelüschen ausweichen. Gleichwohl ließ es sich der Vorsitzende des Heimatvereins, Dieter Pöppe, auch in diesem Jahr nicht nehmen,  in einer feierlichen Ansprache an die Zeit der deutschen Teilung und deren Überwindung zu erinnern. Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde erneut von dem Musikduo Emil und Klaus Beermann. Sie waren es auch, die die Gedenkstunde mit dem Musikstück „Ich bete an die Macht der Liebe“,  feierlich eröffneten.

Zu Beginn seiner mit großer Aufmerksamkeit verfolgten Rede brachte Dieter Pöppe seine Freude über die gute Beteiligung zum Ausdruck und hieß alle Mitglieder und Gäste des Vereins aus Anlass dieser Jubiläumsfeier herzlich willkommen. Besondere  Willkommensgrüße richtete er an die Ortsbürgermeisterin Dorothea Uthe-Meier, den ehemaligen Ortsbürgermeister und Ehrenvorsitzenden Joachim Pedroß, die weiteren Mitglieder des Ortsrates und verbunden mit einem herzlichen Dank auch an Gunda Grotelüschen, die den spontanen Ortswechsel wegen des einsetzenden Regens ermöglicht hatte. Mit den Worten: „Wir feiern heute eine Sternstunde deutscher Geschichte. Wir feiern die Überwindung einer Grenze, die nicht nur unser Land, sondern Europa in zwei Teile teilte. Wir feiern die friedliche Zusammenfügung von Ost- und Westdeutschland“, wies Dieter Pöppe gleich zu Beginn seiner Ausführungen auf die besondere Bedeutung dieses Gedenktages hin. Sodann erinnerte er daran, dass sich just an diesem Tag zum 26. Mal der Tag der Deutschen Einheit jährt und dass mit dem Zusammenbruch des Kommunismus und dem Fall der Mauer am 9. November 1989 die Teilung unseres Vaterlandes nach über 40 Jahren kaltem Krieg überwunden werden konnte. 

In seinem geschichtlichen Rückblick ging Pöppe aber auch noch einmal auf die mit der Gründung der Bundesrepublik und der DDR begonnene Spaltung Deutschlands und auf den Bau der Mauer am 13. August 1961 ein. Dieter Pöppe: „Ich sehe es als meine Pflicht an, auf die Jahrzehnte einzugehen, in denen eine unmenschliche Grenze mit Todesstreifen und Selbstzuschussanlagen Deutsche von Deutschen trennte und in denen das Leben in der ehemaligen DDR wie im gesamten Ostblock von Diktatur, Überwachung und Unterdrückung gekennzeichnet waren.“ Ebenso erinnerte er daran, dass in diesen langen Jahren an der 1.378 km langen innerdeutschen Grenze mehr als 1.300 Menschen ihr Leben lassen mussten und verglich dies mit der Einwohnerzahl Münchehofs, die nur geringfügig höher ist. Natürlich sprach er auch die unvergessenen Ereignisse im September 1989 in der westdeutschen Botschaft in Prag, die schließlich zur Ausreise von über 4.000 DDR-Flüchtlingen führte, ebenso an, wie die Nacht vom 9. auf den 10. November 1989, als Tausende von Bürgern nach der Antwort von Günter Schabowski auf die Frage, ab wann denn die Reisefreiheit gelte, erwidert: „Ab sofort“,  einfach nicht mehr aufzuhalten waren. Jubelnde Menschen kletterten auf die Berliner Mauer am Brandenburger Tor, andere gelangten in Trabi-Kolonnen nach Westberlin. Ausführlich rief er die einzelnen Phasen des Vereinigungsprozesse bis hin zur Unterschrift unter den Einigungsvertrag am 3. Oktober 1990 durch den damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizäcker und an die Worte Willi Brandts „Nun wächst zusammen, was zusammengehört“ in Erinnerung zurück. Pöppe bezeichnete es auch nach über 25 Jahren als ein Wunder, dass die wieder gewonnene Einheit in Freiheit ohne dass ein Schuss gefallen ist, durch eine friedliche Revolution der DDR-Bürger und durch die Perestroika-Politik des damaligen russischen Staatspräsidenten Michail Gorbatschow erreicht werden konnte. Er rief aber auch dazu auf, immer mit einem wachsamen  Auge diejenigen im Blick zu behalten, die diese Freiheit zerstören wollen.  

Mit der von allen Teilnehmern unter musikalischer Begleitung des Musikduos gemeinsam gesungenen dritten Strophe des Liedes der Deutschen fand dann der offizielle Teil der Gedenkfeier seinen Abschluss. Auch diesmal lud der Heimatverein zu einem feierlichen Umtrunk ein, wovon natürlich gern Gebrauch gemacht wurde und womit so mancher Gedankenaustausch verbunden war.