Herzlich willkommen in Münchehof am Harz

 

Auch die diesjährige Kultur- und Erlebnisreise des Heimatverein Münchehof führte wieder nach Südtirol

 

Sieben  der vielen Kultur- und Erlebnisreisen, die der Heimatverein Münchehof e. V. in seiner über 30-jährigen Geschichte unternommen hat, führten nach Südtirol. Auch die kürzlich durchgeführte achttägige Reise hatte wieder das Land, das einst als „Land zwischen den Bergen“ bezeichnet wurde, zum Ziel. Dabei zeigte sich Südtirol diesmal im wahrsten Sinne des Wortes eher wechselhaft. Frühling mit blühenden Apfelplantagen in den Tallagen bis hin zu Schneeschauern auf den Pässen  bereiteten den Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Heimatvereins unvergessliche Tage in dem Land, das an Naturschönheiten und Kulturdenkmälern kaum zu überbieten ist. Diese durchweg interessanten Rahmenbedingen sowie die sehr abwechslungsreichen und reizvollen Unternehmungen in die Welt zwischen Gletschern und Weinbergen  trugen an diesen acht Tagen sicher dazu bei, dass die Teilnehmer sich noch lange an diese schöne Reise erinnern werden.

Vorsitzender Dieter Pöppe ließ es sich nicht nehmen, die Gruppe im vollbesetzten Komfortreisebus am Abreisetag in aller Herrgottsfrühe persönlich mit guten Wünschen auf die Reise zu schicken.  Schon während der Anreise kam nicht zuletzt durch so manches gemeinsam gesungene Lied echte Urlaubsstimmung auf,  die nach Überquerung des Brennerpasses mit Blick auf die nahen Dolomiten ihren ersten Höhepunkt erlebte. Ehrenvorsitzender und Organisator Joachim Pedroß nutzte bereits unterwegs die Gelegenheit, viel über Land und Leute, aber auch über die Geschichte Südtirols, zu erzählen. In Brixen im Eisacktal, dort wo Eisack und Rienz ineinander fließen, in dieser wunderschönen über 1000 Jahre alten Bischofsstadt wurde diesmal in einem sehr schönen Familienhotel Quartier bezogen. Am ersten Tag stand im Rahmen einer Stadtführung die Erkundung des Ortes auf dem Programm. Bei einem Rundgang durch die geschichtsträchtige historische Innenstadt mit ihren Altstadtgassen, Plätzen und Lauben konnten viele Kleinode und Sehenswürdigkeiten bestaunt werden. Besondere Höhepunkte waren die Besichtigung des Domes und des angrenzenden Kreuzganges,  der zu den bedeutendsten Kunstdenkmälern Südtirol zählt,  sowie im Anschluss daran die Hofburg. Später folgte dann in der gemütlichen Zirnstube der Angerer Alm (ca. 1.600 m) im Reintal, einem Seitental des Tauferer Ahrntales, ein besonders unterhaltsamer Nachmittag mit zünftiger Musik und angepassten Speisen und Getränken, während draußen noch die letzten Skilangläufer ihre Runden drehten. Am zweiten Tag erfolgte ein Ganztagsausflug zum Gardasee. Ab Malcesine ging es mit dem Schiff zunächst nach Limone und später nach Riva, wobei diese sehr schönen ehemaligen Fischerdörfer und heutigen Touristenorte zum Verweilen und Bummeln einluden. Der dritte Tag stand ganz im Zeichen der Landeshauptstadt Bozen. Nach einer Führung durch die Altstadt und einem Besuch des Domes am Waltherpatz stand dann unter Begleitung des ehemaligen Landtagsvizepräsidenten, Robert Kaserer, ein Besuch des Südtiroler Landtages auf dem Programm. Nach einem informativen Film über Südtirol berichteten Präsidiumsmitglied Helmuth Renzler, langjähriger SVP-Abgeordneter aus Bozen, und Robert Kaserer im altehrwürdigen Plenarsaal ihren Besuchern vom Harz viel über die geschichtliche, wirtschaftliche, kulturelle und politische Entwicklung Südtirols. Nachmittags erfolgte ein Ausflug zu den Erdpyramiden auf den Ritten, bevor dann der Tag mit einer zünftigen Weinprobe seinen vorläufigen Abschluss fand. An den beiden nächsten Tagen stand dann mit Dr. Othmar Parteli, ehemaliger Direktor im Amt für Kultur des Landes Südtirol, der sich auch als Buchhautor einen Namen gemacht hat, ein Begleiter bei den Ausflügen zur Verfügung, der dank  seines profunden Wissens allumfassend und sehr verständlich über die Geschichte, die kulturelle, wirtschaftliche und politische Entwicklung seines Landes zu referieren verstand. Zunächst ging die Fahrt durch die Dolomiten, wobei sich die Bergriesen an diesem Tag leider in Wolken hüllten, dafür sich die Pässe aber in winterlicher Pracht zeigten. Zum Abschluss der Dolomitenrundreise erfolgte dann ein Abstecher zum Wallfahrtsort Maria Weissenstein im Eggental, der sich mächtig und imposant in die liebreizende Naturlandschaft einfügt.  Die Kirche gilt als Prachtbau aus dem Barock und wird auch gern als „Dom der Dolomiten“ bezeichnet. 

Am darauffolgenden Tag ging es dann in die alte Fuggerstadt Sterzing und hier zunächst in das im 15. Jahrhundert errichtete wunderschöne spätgotische Rathaus. Hier hatte Dr. Parteli ein Gespräch mit dem Bürgermeister Dr. Fritz Karl Messner organisiert, der höchstpersönlich seine Stadt und insbesondere sein Rathaus in sehr beeindruckender Weise vorzustellen verstand. Insbesondere der Ratssaal, in dem das Treffen standfand, ist in seiner ursprünglichen holzvertäfelten Art noch unverändert erhalten und gilt als einer der schönsten in ganz Tirol. Danach wurde das ehemalige Hospiz und die Kommende des Deutschen Ordens, im dem u.  a. das Multscher Museum untergebracht ist, besucht. Zu bewundern sind dort die noch erhaltenen Teile des bekannten spätgotischen Multscher-Altars aus den Jahren 1456-1459. Über den Jaufenpass – vorbei an einem noch geöffneten Skigebietes – ging es dann weiter ins Passeiertal und dort zum Andreas-Hofer-Museum.  Das Museum am Sandhof erzählt lebendig und unterhaltsam die Geschichte von Andreas Hofer, dem Tiroler Volkshelden (1809 Aufstand gegen bayrische und französische Besatzung). Der letzte Tag war dann der ehemaligen Tiroler Hauptstadt Meran gewidmet. Stadtführungen und auch ein Besuch des berühmten Meraner Marktes durften hier natürlich nicht fehlen. 

Voller neuer Eindrücke und schöner gemeinsamer Erlebnisse kehrte die nach eigenem Bekunden sehr harmonische Reisegruppe bei leider winterlichem Wetter wieder in ihre Harzer Heimat zurück.