Herzlich willkommen in Münchehof am Harz

 

 

Ilse Bauerdorf begleitete zum 18. und wohl zum letzten Mal Schüler der Münchehöfer Grundschule durch die  Geschichte unserer engeren Heimat


Seit nunmehr 18 Jahren lädt der Heimatverein Münchehof e. V. Schülerinnen und Schüler der 4 Klassen der Grundschule Münchehof alljährlich zu einer Exkursion ein, um ihnen viele heimatkundliche Informationen zu vermitteln und ausführlich über die Geschichte  unserer engeren Heimat zu berichten. Ebenso lange zeichnet für den inhaltlichen Teil Ilse Bauerdorf – anfangs gemeinsam mit ihrem Ehemann – dafür verantwortlich. Grund genug für den Vorsitzenden des Vereins, Dieter Pöppe, und die Rektorin der Grundschule Münchehof, Nadine Kristen, ihr für dieses langjährige und nach ihrem eigenen Bekunden wohl letztmalige großartige Engagement zu danken. Nadine Kristen nutzte zugleich die Gelegenheit, ihr als äußeres Zeichen des Dankes ein kleines Geschenk zu überreichen. Und dann  startet die diesjährige Exkursion. Fast alle Schülerinnen und Schüler der beiden vierten Klassen  der Grundschule in Münchehof waren mit ihren Klassenlehrerinnen Maren Rath (Klasse 4 a) und Kathrin Dorgau (Klasse 4 b) bei der „Heimatgeschichtlichen Exkursion“  mit von der Partie. Diese wiederum großartige Beteiligung ist – wie der Vorsitzende des Heimatvereins Münchehof e. V., Dieter Pöppe, lobend erwähnte -  der erneute Beweis guter Zusammenarbeit zwischen Schule und Heimatverein, aber auch Ausdruck des Engagements der Klassenlehrerinnen und der Schulleitung, die sich bereits  im Vorfeld  für die Veranstaltung stark gemacht hatten. Besonders erfreulich, dass es sich die beiden Klassenlehrerinnen nicht nehmen ließen, ihre Schülerinnen und Schüler bei dem Ausflug in die Geschichte selbst zu begleiten. 

Besondere organisatorische Anstrengungen bedurften die  diesjährigen Vorbereitungen deshalb, weil beide Klassen gemeinsam mit von der Partie und deshalb fünf Kleinbusse notwendig waren. Dank der Feuerwehren Herrhausen, Kirchberg und Münchehof sowie des DRK Münchehof und der Bereitstellung des städtischen Citymobils konnte auch dies gemeistert werden. „Ziel dieser Veranstaltung ist es, euch  vor dem Wechsel zu einer der weiterführenden Schulen in Seesen möglichst viel über die Geschichte unserer engeren Heimat zu erzählen“, so der Heimatverein in seinem zuvor verteiltem Einladungsschreiben an die Schülerinnen und Schüler.

Pädagogisch und inhaltlich gut gerüstet – erzählte  Ilse Bauerdorf auch diesmal den Kindern beim ersten Halt auf dem Dorfplatz, dass in dem Haus Am Steinkamp Nr. 4 vor etwa 350 Jahren die erste Schule in Münchehof eingerichtet wurde. In einem Klassenraum, der zugleich als Wohnung des Lehrers diente und in dem auch eine Kuhkrippe stand, wurden die Kinder unterrichtet. Später war dann die Schule im Haus an der Thüringer Straße 12 untergebracht. Und natürlich fehlte auch der Hinweis nicht, dass mehrere Jahrgänge gleichzeitig unterrichtet wurden und der sportliche Wettkampf noch auf dem Dorfplatz stattfand. Sehr anschaulich schilderte dann Ilse Bauerdorf im Einmündungsbereich des Pandelbaches in die Markau den weiteren Verlauf der Gewässer über Nette, Innerste, Leine, Aller, Weser bis in die Nordsee. Der nächste Standort war dann der Röseberg. Geologische Erläuterungen über den Harz und das Harzvorland – beides von hier aus gut zu sehen - und Schilderungen über alte Verkehrswege waren hier Schwerpunkte der Erläuterungen. Anschließend ging es dann zur Stauffenburg. Das Wirken und die Anwesenheit von Herzogin Elisabeth, Eva von Trott. Margarete von Münsterberg-Oels oder Äbtissin Margarete von Warberg spielten dabei ebenso eine Rolle wie der Aufstieg und der Verfall der Burg selbst, die natürlich auch während einer Periode als Raubritternest diente.

Im weiteren Verlauf führte der Weg dann u. a. vorbei an der „Tiefen Kuhle“ und am Heinrichswinkel, an dem nach einer alten Sage Heinrich I. – genannt der Vogelsteller – hier die Königskrone erhalten habe (allerdings reklamierten auch andere Orte diese Geschichte für  sich). Weiter ging es dann zur vereinseigenen Anlage am Hundert-Gülden-Brunnen, der bereits über Jahrhunderte kristallklares Wasser liefert und dessen Name von einem Heilkraut abgeleitet wurde.  Schließlich endete die Exkursion im historisch so außerordentlich interessanten Pandelbachtal. Hier berichtete Ilse Bauerdorf ausführlich über die mittelalterlichen Aktivitäten der Zisterzienser Mönche, die dort die ersten frühindustriellen Verhüttungsplätze unter Ausnutzung sehr intelligent angelegter Wasserläufe errichtet hatten. 

Im Anschluss daran ging es dann weiter zur Pandelbachhütte. Hier hatten fleißige Helferinnen und Helfer, die Ehepaare Beermann und Karges,  bereits einen zünftigen Imbiss vorbereitet.  In schöner Atmosphäre und nach einer kleinen Erfrischung sowie bei Hot Dogs, Fanta und Cola klangen dann die etwas andere Unterrichtsstunden für alle Beteiligten langsam aus, wobei allen Teilnehmern zur Erinnerung an den schönen gemeinsamen Tag noch eine kleine geschichtlichen Dokumentation des Heimatvereins übergeben wurde. Es versteht sich von selbst, dass der Vorsitzende des Vereins, Dieter Pöppe,  ein sehr positives Resümee zog. Er zeigte sich besonders erfreut über die Teilnahme der Kinder und dankte allen Beteiligten, insbesondere auch den Fahrzeugführern für die tatkräftige Unterstützung. Ein besonderer Dank galt natürlich den drei  Feuerwehren, dem DRK sowie der Stadt für die bereitgestellten Busse sowie nochmals Ilse Bauerdorf für die wiederum sehr professionelle inhaltliche Ausgestaltung.