Herzlich willkommen in Münchehof am Harz

 

Heimatverein Münchehof führte Schüler der Münchehöfer Grundschule durch die  Geschichte unserer engeren Heimat

 

Seit nunmehr 19 Jahren lädt der Heimatverein Münchehof e. V. Schülerinnen und Schüler der 4 Klassen der Grundschule Münchehof alljährlich zu Exkursionen ein, um ihnen viele heimatkundliche Informationen zu vermitteln und ausführlich über die Geschichte  unserer engeren Heimat zu berichten. Leider stand diesmal Ilse Bauerdorf, die 18 Jahre lang für die Erläuterungen an den einzelnen historisch interessanten Stellen in und rund um Münchehof verantwortlich zeichnete, diesmal aus gesundheitlichen Gründen nicht zur Verfügung. Und so waren diesmal der Vorstandsvorsitzende Dieter Pöppe (Flussläufe, Röseberg, Tiefe Kuhle und Heinrichswinkel) und der Ehrenvorsitzende Joachim Pedroß (Schulen und frühindustrielle Aktivitäten der Zisterzienser) für den inhaltlichen Teil der Führung verantwortlich. Eine besondere Premiere erlebten die Schülerinnen und Schüler auf der Stauffenburg. Nach einem ausführlichen geschichtlichen Rückblick über die Entstehung und Bedeutung der Burg durch Werner Hachmeister schlüpften Gunda Grotelüschen, Jana Grotelüschen und Swea Gorny in die Rolle der drei berühmten Damen der Burg, Eva von Trott, Margarte von Warberg und Herzogin Elisabeth, sowie Karl-Heinrich Kolle in die des Herzogs Heinrich II (der Jüngere) und vermittelten im Rahmen von Rollenspielen  sehr eindrucksvoll Höhepunkte aus deren Leben und Wirken auf der Burg. 

Nach einer kurzen Begrüßung durch Dieter Pöppe starteten die jeweiligen Exkursionen pünktlich um 9.00 Uhr an der Schule. Alle Schülerinnen und Schüler der beiden vierten Klassen  der Grundschule in Münchehof waren mit ihren Klassenlehrerinnen Silke Stoffers (Klasse 4 a) am Dienstag und Elke Petrasch (Klasse 4 b) am Mittwoch bei der „Heimatgeschichtlichen Exkursion“  mit von der Partie. Diese wiederum großartige Beteiligung ist – wie der Vorsitzende des Heimatvereins Münchehof e. V., Dieter Pöppe, lobend erwähnte -  der erneute Beweis guter Zusammenarbeit zwischen Schule und Heimatverein, aber auch Ausdruck des Engagements der Klassenlehrerinnen und der Schulleitung, die sich bereits  im Vorfeld  für die Veranstaltung stark gemacht hatten. Besonders erfreulich, dass es sich die beiden Klassenlehrerinnen nicht nehmen ließen, ihre Schülerinnen und Schüler bei dem Ausflug in die Geschichte selbst zu begleiten. 

Auch diesmal waren wieder besondere organisatorische Anstrengungen vonnöten.  Dank der Feuerwehr,  des DRK und der Bereitstellung des städtischen Citymobils konnte auch dies gemeistert werden. „Ziel dieser Veranstaltung ist es, euch  vor dem Wechsel zu einer der weiterführenden Schulen in Seesen möglichst viel über die Geschichte unserer engeren Heimat zu erzählen“, so der Heimatverein in seinem zuvor verteiltem Einladungsschreiben an die Schülerinnen und Schüler.

Auf dem Dorfplatz – der ersten Station der Exkursion – berichtete Joachim Pedroß kurz über die Entwicklung des Schulsystems in Deutschland seit dem frühen Mittelalter und auch darüber, dass in Folge der Reformation auch Münchehof in dem Haus Am Steinkamp Nr. 4 vor etwa 350 Jahren (1650) die erste Schule im Dorf errichtet wurde. In einem Klassenraum, der zugleich als Wohnung des Lehrers diente und in dem auch eine Kuhkrippe stand, wurden die Kinder unterrichtet. Später war dann die Schule im Haus an der Thüringer Straße 12 und von 1934 bis 1968 in der Kastanienstraße 4 (alte Zigarrenfabrik) untergebracht. Und natürlich fehlte auch der Hinweis nicht, dass mehrere Jahrgänge gleichzeitig unterrichtet wurden und der sportliche Wettkampf noch auf dem Dorfplatz stattfand. Sehr anschaulich schilderte dann Dieter Pöppe im Einmündungsbereich des Pandelbaches in die Markau den weiteren Verlauf der Gewässer über Nette, Innerste, Leine, Aller, Weser bis in die Nordsee. Der nächste Standort war dann der Röseberg. Geologische Erläuterungen über den Harz und das Harzvorland – beides von hier aus gut zu sehen - und Schilderungen über alte Verkehrswege waren hier Schwerpunkte der Erläuterungen. Anschließend ging es dann zur Stauffenburg. Das Leben und Wirken von Herzogin Elisabeth, Eva von Trott. der Äbtissin Margarete von Warberg und von Herzog Heinrich dem Jüngeren wurden durch das einleitend geschilderte Rollenspiel sehr nachvollziehbar dargestellt. Natürlich spielten auch der Aufstieg und der Verfall der Burg in den geschichtlichen Erläuterungen durch Werner Hachmeister eine gewichtige Rolle, die ja auch während einer Periode als Raubritternest diente. 

Im weiteren Verlauf führte der Weg dann u. a. vorbei an der „Tiefen Kuhle“ und am Heinrichswinkel, an dem – so Dieter Pöppe - nach einer alten Sage Heinrich I. – genannt der Vogelsteller – hier die Königskrone erhalten habe (allerdings reklamierten auch andere Orte diese Geschichte für  sich). Weiter ging es dann zur vereinseigenen Anlage am Hundert-Gülden-Brunnen, der bereits über Jahrhunderte kristallklares Wasser liefert und dessen Name von einem Heilkraut abgeleitet wurde.  Schließlich endete die Exkursion im historisch so außerordentlich interessanten Pandelbachtal. Hier berichtete Joachim Pedroß ausführlich über die mittelalterlichen Aktivitäten der Zisterzienser Mönche, die dort die ersten frühindustriellen Verhüttungsplätze unter Ausnutzung sehr intelligent angelegter Wasserläufe errichtet hatten. 

Im Anschluss daran ging es dann weiter zur Pandelbachhütte. Hier hatten fleißige Helferinnen und Helfer, Sigrid Nortmann, Klaus Beermann und das Ehepaar Bärbel und Alwin Karges,  bereits einen zünftigen Imbiss vorbereitet.  In schöner Atmosphäre und nach einer kleinen Erfrischung sowie bei Hot Dogs, Fanta und Cola klangen dann die etwas andere Unterrichtsstunden für alle Beteiligten langsam aus, wobei allen Teilnehmern zur Erinnerung an den schönen gemeinsamen Tag noch eine kleine geschichtlichen Dokumentation des Heimatvereins übergeben wurde. Es versteht sich von selbst, dass der Vorsitzende des Vereins, Dieter Pöppe,  ein sehr positives Resümee zog. Er zeigte sich besonders erfreut über die Teilnahme der Kinder und dankte allen Beteiligten, insbesondere auch den Fahrzeugführern für die tatkräftige Unterstützung. Ein besonderer Dank galt natürlich der  Feuerwehr, dem DRK sowie der Stadt für die bereitgestellten Busse sowie insbesondere den Protagonisten  für ihre Darbietungen auf der Stauffenburg.