Herzlich willkommen in Münchehof am Harz

 

Kultur- und Erlebnisreis des Heimatvereins nach Warschau und Masuren war mit vielen neuen Eindrücken und tollen Erlebnissen verbunden

 

Fünfzig Mitglieder und Freunde des Heimatvereins Münchehof e. V. kehrten kürzlich von ihrer zehnten Kultur-und Erlebnisreise, die bereits nach 2005 und 2012 zum dritten Mal nach Ostpreußen führte, mit unendlich vielen neuen Eindrücken nach Hause zurück. Und doch war es diesmal anders als sonst. Dank der vielfältigen beruflichen und persönlichen Bindungen des Organisators der Reise nach Ostpreußen, Forstdirektor Hans-Ulrich Stolzenburg, war das Programm der achttägigen Reise gespickt mit sehr vielen geschichtlichen und kulturhistorischen Exkursionen, wobei der touristische Teil mit Fahrten und Unternehmungen in die einmalig schöne Wald- und Seenlandschaft Ostpreußens und sehr individuell gestaltete Begegnungen mit Forstleuten in der Johannisburger Heide nicht zu kurz kamen. Und noch eine Besonderheit hatte sich Hans-Ulrich Stolzenburg ausgedacht und prägte in besonderer Weise die Reise: Sowohl die Hin- als auch die Rückreise erfolgte bis und von Warschau mit der Bahn und war jeweils mit einem eintägigen Aufenthalt  in der polnischen Metropole verbunden. Erst ab und bis Warschau stand dann ein komfortabler Reisebus fortlaufend zur Verfügung. 

Ab dem ersten Aufenthalt in Warschau bis zum Ende der Reise begleitete eine sehr engagierte Reiseleiterin die Gruppe und wußte in beeindruckender Weise viel über Land und Leute, aber auch über die Geschichte und über die politischen und wirtschaftlichen Zusammenhänge ihres Landes zu berichten. Sie war es auch, die die erste Stadtrundfahrt durch Warschau leitete. Dabei konnten die Reiseteilnehmer einen Eindruck von der großartigen Aufbauleistung unserer polnischen Nachbarn gewinnen, die ihre völlig zerstörte Stadt nach dem  zweiten Weltkrieg in großen Teilen wieder aufgebaut haben.  Besondere Höhepunkte waren zweifelsohne die wunderschöne Altstadt mit dem wiederaufgebauten Schloss, der Besuch im Lazienki Park oder auch des Getto-Denkmals mit der Erinnerung an den Kniefall Willy Brandts. Danach erfolgte die Weiterfahrt nach Ruciane Nida am Beldansee in Ostpreußen, wo die Reisegruppe im Erholungszentrum „Guzianka“ Quartier für die nächsten Tage bezog. Am nächsten Morgen erfolgte die Besichtigung der einzigartigen Barockbasilika „Heilige Linde“ aus dem 16. Jahrhundert mit einem sehr beeindruckenden Orgelkonzert und anschließend eine geführte Besichtigung der Ermländischen Bischofsburg in Rössel (Reszel). Am Nachmittag stand Rastenburg (Ketrzyn) auf dem Programm. Hier wurden die St. Georg Wehrkirche mit dem Kristallgewölbe, die neogotische St. Katharina Kirche sowie das Ordensschloss aus dem 14. Jahrhundert besichtigt. Am nächsten Tag erfolgte ein Ausflug in die benachbarte Woiwodschaft Podlachien östlich von Olecko zum Besuch des Nationalpark Wigry. Im Rahmen einer Führung erfolgte der Besuch eines  Kamaldulenser Klosters und anschließend eine Bootsfahrt auf dem Wigry-See, bevor dann  ein Besuch einer Oberförsterei in Stary Folwark mit Besuch eines sehr interessanten Lehrpfades auf dem Programm stand. Vor der Rückfahrt erfolgte dann noch ein Besuch der wohl fortschrittlichsten Container-Baumschule Europas der Oberförsterei Suwalki. Im nahe gelegenen Galkowen (Gałkowo) wurde am nächsten Morgen auf dem Gestüt Ferenstein zunächst eine zweistündige Kutschfahrt durch die wunderschöne ostpreußische Wald- und Seenlandschaft unternommen, bevor sich dann alle im Jagdhof Gałkowo versammelten, um im dortigen Salon, der Marion Gräfin Dönhoff gewidmet ist, viel über das Leben und Wirken der Gräfin zu erfahren. Später erfolgte ein Aufenthalt und ein geführter Stadtrundgang durch Nikolaiken (Mikołajki) mit Besuch einer noch selten anzutreffenden evangelischen Kirche. Den Abschluss des Tages bildete der Besuch eines sehr interessanten Wildpferdegestüts. Der Abend stand dann ganz im Zeichen der deutsch-polnischen Verständigung. Gute Freunde von Uli Stolzenburg hatten zu einem zünftigen Grillabend nach Zarmordje in die dortige Revierförsterei Czapla (Reiher) unmittelbar am Niedersee eingeladen.  Am offenen Lagerfeuer, nach erfolgter musikalischer Begrüßung durch einen Bläserchor und Dankesworten von Uli Stolzenburg an die Gastgeber, verwöhnten die Gastgeber ihre Gäste mit heimischen Köstlichkeiten und sparten auch nicht mit typischen Durstlöchern. Diesen Abend wird auch wegen der einzigartigen Atmosphäre wohl keiner der Teilnehmer je vergessen. Überwiegend touristisch und geschichtlich gestaltete sich der nächste Tag. Zunächst erfolgte eine Schifffahrt auf Seen und Kanälen von Lötzen (Giżycko) nach Angerburg (Węgorzewo). Danach fuhr die Gruppe nach Steinort (Sztynort), um das vom Verfall bedrohte Schloss der bekannten Grafenfamilie von Lehndorff zu besichtigen, wobei es gerade jetzt Hoffnung gibt, dass ein Investor das Schloss übernimmt, renoviert und einer sinnvollen Verwendung zuführt. Nach dem Abschlussabend ging es dann am anderen Tag zurück nach Warschau. Dort stand eine ausführliche Besichtigung des Schosses und später ein geführter Rundgang durch die Altstadt auf dem Programm, bevor es dann  am letzten Tag wieder per Bahn via Posen und Berlin zurück nach Münchehof ging. Klar, dass Uli Stolzenburg noch bei der Verabschiedung der engagierten Reiseleiterin besonders freundliche Worte des Dankes fand und ein sehr positives Resümee der Reise zog. Dem schloss sich später Detlef Mitzinneck vom Vorstand des Vereins an, der im übrigen Uli Stolzenburg bei der organisatorischen Abwicklung nach Kräften zur Seite stand, und dankte ihm namens der Gruppe für das sichtbar gewordene großartige Engagement bei der Vorbereitung und Durchführung der Reise.  Gemeinsam mit allen Teilnehmern war man sich einig, dass diese  Reise mit vielen unvergesslichen Eindrücken und Erkenntnissen verbunden war und dass die persönlichen Gespräche und Kontakte mit den freundlichen polnischen Gastgebern viel zur allseits gewünschten Verständigung und Akzeptanz von Menschen unterschiedlicher Nationalität beitragen konnte.