Herzlich willkommen in Münchehof am Harz

 

Kinder durchstreiften mit dem Revierförster i. R. Werner Hachmeister das Revier und erlebten eine Kletterübung par excellence -Zweite Ferienpassaktion des Heimatvereins Münchehof

 

Nachdem erst kürzlich der Heimatverein Münchehof e. V. gemeinsam mit den FELS-Werken eine erfolgreiche Ferienpassaktion gestalten konnte, stand jetzt ein weiteres  Angebot für Kinder ab 8 Jahren auf dem Programm. Auch in diesem Jahr waren wieder Kinder aus mehreren Stadtteilen der Einladung des Heimatvereins Münchehof e. V. zu dieser zweiten Ferienpassaktion gefolgt, die jetzt unter dem Motto „Mit dem Förster durchs Revier“ im Zusammenwirken mit den Münchehöfer Revierförstereien und dem Niedersächsischen Forstlichen Bildungszentrum (NFBZ) angeboten wurde. Vorsitzender Dieter Pöppe ließ es sich nicht nehmen, die erschienen Kinder und auch einige Eltern am Niedersächsischen Forstlichen Bildungszentrum (NFBz) recht herzlich zu begrüßen, wobei er sein Bedauern darüber zum Ausdruck brachte, dass einige unentschuldigt fehlten, die nun anderen interessierten Kindern die Teilnahme strittig gemacht hatten. Ein besonderer Dank galt einmal mehr Revierförster i. R. Werner Hachmeister, der in Absprache mit den amtierenden Revierleitern auch in diesem Jahr verantwortlich dafür zeichnete, die Kinder durch sein ehemaliges Revier zu führen. Sein Gruß galt aber auch Forstwirtschaftsmeister Lutz Möhring vom NFBZ, der es übernommen hatte, gleich zu Beginn mit einer beeindruckenden Kletterübung und den notwendigen Erläuterungen die Kinder zu überraschen. Fachleute der Forst mit derartigen Fähigkeiten, die natürlich ein ständiges spezielles Training erfordern, werden– wie Möhring hervorhob -  unter anderem benötigt, um aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht oder auch zur Vermeidung etwa von Pilzerkrankungen trockene und andere Äste aus Bäumen zu entfernen. Es sei allerdings auch schon vorgekommen, dass seine Künste erforderlich wurden, um einer Katze das Leben zu retten.  

Nach dieser eindrucksvollen Vorführung ließ es sich Werner Hachmeister nicht nehmen, unter der wunderschönen Eiche vor dem NFBz, die Kinder auch persönlich zu begrüßen und ihnen im Rahmen eines kleinen Einführungsvortrages das Programm zu erläutern und Informationen über das Verhalten bei Zeckenbissen zu vermitteln. Auf dem Weg zum Wald wies er auf den Sinn des Notrufpunktes am Parkplatz des NFB`z hin und erläuterte die Wichtigkeit eines Notfallrettungssystems am Waldrand. Auf dem Weg Richtung Wald konnten die Kinder einen Ginkgobaum bestaunen, bei dem die Blätter des Baumes, durch eine fachgerechte Verarbeitung, für das geistige Wohlbefinden älterer Menschen beitragen können. Weiterhin  konnten die Kinder eine Andentanne (Araukarie) bestaunen, die auch Chilenischer Affenschwanzbaum genannt wird und in Südamerika beheimatet ist. Dieser seltene Baum, der in Parkanlagen zu finden ist, zeigt trotz der widrigen Witterungsverhältnisse in unseren Breiten ein beachtliches Wachstum. Sodann wurde im Rahmen einer kleinen Wanderung zunächst der Eichenbestand am Brackelsberg angesteuert. Hier erläuterte Werner Hachmeister die Bedeutung von Totholz (Habitatholz) für die Kleintierwelt und  für die Flora und Fauna des Waldes. Danach erreichte man die Brackelsbergstrasse und konnte hier den ehemaligen Pulverschuppen bewundern, der von der Forstverwaltung zu einem Winterquartier für Fledermäuse umgestaltet wurde. Fledermäuse, die seit 1936 streng geschützt sind, können  sich auch bei völliger Dunkelheit durch Ultraschall hervorragend orientieren und mit einem Echolotsystem ihre Beute (Insekten) mühelos fangen. Sie sind die einzigen Säugetiere, die geschickt fliegen können. Da in den Wintermonaten das Nahrungsangebot stark reduziert ist, können die Fledermäuse nur mit einem Winterschlaf überleben oder müssen ähnlich wie Zugvögel in wärmere Regionen fliegen. Gleich neben den Fledermausquartieren konnten die Kinder dann riesige Tannen bestaunen. An mehreren Beispielen, besonders an den Zapfen und Nadeln der Bäume, erklärte Werner Hachmeister den Unterschied zwischen den einheimischen Fichten und den Tannenarten.

Nach einer weiteren kurzen Wanderstrecke konnten die Kinder an der Sautalstrasse zwei besondere Nussbäume finden (den Hickorybaum - nordamerikanischer Nussbaum-) und hier bot sich die Möglichkeit, selbst Nüsse zu sammeln, wovon die Kinder dann  auch reichlich Gebrauch machten.  Beim Durchstreifen der Forst verstand es Werner Hachmeister erneut meisterlich, den Kindern vielerlei Informationen über den Wald zu vermitteln oder auch anhand einiger Beispiele Wildschäden zu zeigen, die den Förstern oft Sorgen bereiten. Ebenfalls wies er sehr nachdrücklich auf giftige und sehr gefährliche Pflanzen hin, wie zum Beispiel die Tollkirsche und den Aronstab, deren Früchte wegen ihres appetitlichen Aussehrens leicht zum Verzehren reizen. Ganz besonders wurde vor der Herkulesstaude (Riesenbärenklau) gewarnt, denn schon das Berühren der Blätter kann zu starken Verbrennungen führen.

Die Wanderung führte dann weiter durch die Furt am Pandelbach und hier wurde auf die Bedeutung einer Sohlgleite hingewiesen. Außerdem konnten die Kinder hier viel über die Bedeutung eines Fließgewässers, sowie über die Flora und Fauna in diesem besonderen Biotop erfahren. Nach dem Überqueren des Pandelbaches stieß die Gruppe auf der Wildemannstraße auf eine Ausbildungsrotte, bestehend aus dem Forstwirtschaftsmeister Michael Kolldzieyski  vom Forstamt Seesen mit seinen Auszubildenden. Den Kindern wurde hier in beeindruckender Weise viel über Sicherheitsfragen und die richtige Schutzkleidung der Forstarbeiter erzählt. Und dann wurde es erst richtig spannend. Vor den ‚Augen der staunenden Kinder wurde durch das Team um Michael Kollodzieyski  eine Fichte fachgerecht gefällt. Nachdem der Ruf durch den Wald verhallt war „Achtung! Baum fällt!“, konnten die Kinder die zuvor geschätzte Länge des Baumes ermitteln und einige Baumscheiben als Souvenir mit nach Hause nehmen.  

Zum Abschluss dieser hochinteressanten Exkursion stellte Werner Hachmeister an der Pandelbachhütte eine Vielzahl von Tierpräparaten vor und gab Erläuterungen zu unterschiedlichen heimischen Waldbewohnern. Es versteht sich von selbst, dass die von den Heimatfreunden aus Anlass dieser 15. Exkursion vorbereiteten zünftigen Erfrischungen bei den Kindern als willkommene Abwechslung empfunden wurden. Eine insgesamt sehr erfolgreiche Unternehmung, die bei den Kindern auf großes Interesse stieß, fand so einen allseits erfreulichen Abschluss. Anlass genug für den Vorsitzenden des Heimatvereins, Dieter Pöppe, sich noch einmal ganz herzlich für die tolle Zusammenarbeit mit der Forst und bei Werner Hachmeister für seine professionelle und pädagogisch hervorragende Führung sowie bei Bärbel und Alwin Karges für die umfangreiche Unterstützung zu bedanken.